Auch beim Skat, was bei Anfängern gerne den Eindruck vermittelt, dass wirklich alles mit einer Regel versehen wurde, kann es Unklarheiten im Spiel geben. Auf Anregung aus unserem Gästebuch eröffnen wir hiermit die Rubrik „Kurioses aus der Welt des Skatspiels“ und fangen direkt mit dem offenen Skatproblem von Lutz an:

Frage: ein Spieler bekommt Contra und das Spiel endet 60:60. Hat nun der Spieler verloren, weil er nicht mehr als 60 Punkte erreicht hat oder die Gegenseite, weil sie mit dem Contra gewettet hat, das Spiel zu gewinnen (und damit selber mehr als 60 Punkte erreichen musste)?

Die Frage lässt sich auch anders stellen: Bedeutet Contra eine Wette auf die Niederlage des Spielers oder eine Wette auf das Gewinnen der Gegenseite?

Was sagt das Internet dazu?

Die internationale Skatordnung vom DSKV erwähnt mit keinem Wort das Contra-Spiel, genausowenig erwähnt der Leitfaden Ich lerne Skat vom DSKV das Contra geben.

Laut skatwelt.com z.B. sind Contra/Re „nicht Bestandteil der internationalen Skatordnung“. Gleichzeitig wird aber erklärt, dass Contra eine Wette auf die Niederlage des Spielers ist:

„Kontra“ sagt der Gegenspieler, wenn er der Meinung ist, der Alleinspieler könne sein Spiel nicht gewinnen.

Das bedeutet, dass der Spieler bei einem gegebenen Contra und nur 60 Augen das Spiel verloren hat, da das Contra eine Wette auf die Niederlage war – nicht auf den Gewinn der Gegenseite.

Frage: Da keiner das Spiel wollte, wurde es Ramsch. Mein Schwager hätte aus unserer Sicht zwar Karo ohne 5 wagen können, hat aber den Tisch verlassen 🙂 Was – außer eine Tracht prügel – bekommt er nun?

Ein Spiel nicht zu spielen ist kein richtiges Vergehen, im Prinzip hätte jeder in der Runde den Ramsch vermeiden können, indem er „18“ sagt. Den Tisch zu verlassen schon – die Strafe kann dann natürlich ganz individuell festgelegt werden.

Etwas anderes sind die Kollegen, die ihr Blatt nicht ausreizen, bei einem guten Blatt die anderen spielen lassen („Mauern“) oder es auf einen Ramsch ankommen lassen. Aber auch hier gibt es keine einheitlichen Regeln, so etwas muss in der Runde vereinbart werden.


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